Die gesetzlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen für das Kindergartenwesen legt das Bayerische Kinderbildungs– und Betreuungsgesetz (BayKiBIG) seit 2005 fest.
Unsere Sicht vom Menschen ist die Grundlage unserer gesamten Arbeit; hierauf baut sich alles andere auf.
Woher beziehen wir unsere Sicht?
“Du hast mich geschaffen, Herr – meinen Körper und meine Seele, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast”(die Bibel – Psalm 139, 13 + 14).
Für uns ist die Bibel mehr als ein verstaubtes Geschichtsbuch. Sie ist Gottes Wort, das uns mit vielen Beispielen Hilfestellung für das tägliche Leben geben kann. Jeder Mensch ist in Einzigartigkeit mit seinen Fähigkeiten, Begabungen und Grenzen von Gott geschaffen, gewollt und geliebt. Diese Erkenntnis prägt unseren Umgang miteinander. Es ist uns ein Anliegen, die uns anvertrauten Kinder mit ihren Stärken und Schwächen in ihrer Verschiedenheit anzunehmen und zu lieben.
Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben verstehen wir uns als familienergänzende Einrichtung. Wir können und wollen keinesfalls die Familie ersetzen. Die Vermittlung von Werten, Fähigkeiten und Fertigkeiten geschieht zuerst und vor allem in der Familie; wir verstehen unsere Aufgabe als Unterstützung der Eltern, damit ihre Kinder Vertrauen zu sich selbst entwickeln, sie ihre je eigenen Begabungen entfalten und ihre einzigartige Identität finden können.
Zusammenfassend beschreibt folgendes Zitat unser Ziel: “Der beziehungsfähige, wertorientierte, schöpferische Mensch, der sein Leben verantwortlich gestalten und den Anforderungen in Familie, Staat und Gesellschaft gerecht werden kann”.
Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch ein stabiles Fundament braucht, um von unserer schnellebigen Zeit nicht überfordert zu werden. Wir bieten unseren Kindergarten Kindern an, den Gott der Bibel als ein solches Fundament kennen zu lernen. Das Leben aus dem christlichen Glauben ist in erster Linie ein Leben in Beziehung zum dreieinigen Gott. Für Kinder ist Gott zunächst mittels anderer Menschen erfahrbar: sie spüren z. B. Gottes Liebe im konkreten liebevollen Umgang miteinander.
Natürlich lernen die Kinder auch biblische Geschichten kennen, Lieder, Gebete und gemeinsame Feiern prägen unser Zusammenleben. Dabei ergeben sich ganz natürlich Gespräche über die Umsetzung im Alltag.
Ob die Kinder ihr Leben später mit oder ohne den christlichen Glauben meistern, werden sie selber entscheiden, aber entscheiden kann man sich nur für oder gegen etwas, das man kennt.
Das Spiel ist die Lebens– und Lernform des Kindes. Es erprobt und durchlebt ungezählte Varianten von Handlungs– und Reaktions–varianten und erprobt auf spielerische Weise das Leben selbst.
Aufbau der Persönlichkeit
Jedes Kind ist ein unverwechselbares Individuum. Wir ermutigen die Kinder, nicht zuletzt durch unser eigenes Verhalten, sie selbst zu sein mit allen ihren Möglichkeiten und Grenzen. Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung liegen oft weit auseinander. Es ist uns wichtig den Kindern immer wieder hilfreich zur Seite zu stehen um Interaktionen, Gefühle und deren Auswirkungen zu reflektieren.
Entwicklung des Sozialverhaltens
“Der Mensch ist ein soziales Wesen, aber nicht von selbst” (Ross Campbell).
In diesem Sinne “üben” wir mit den Kindern eine breite Palette von sozialen Verhaltensweisen ein. Dies geschieht im alltäglichen Zusammenleben und wird von uns bewusst begleitet und mit Hilfe von Gesprächen, Rollenspielen, vorbereiteten Spielideen unterstützt. Es geht z. B. darum: eigene Bedürfnisse und die Bedürfnisse anderer wahrnehmen und ausdrücken zu können. Sich zurücknehmen und durchsetzen können. Kompromisse finden, Streitkultur entwickeln, sich in einer Gruppe zurechtfinden und vieles mehr. Damit einher geht die zunehmende Verantwortlichkeit für die eigene Person, für den Schutz Schwächerer und im Umgang mit der Umwelt im weitesten Sinne.
Sammeln von lebenspraktischen Erfahrungen
Das tägliche Leben in einer großen Gruppe bietet vielfältige Möglichkeiten: Wie nehme ich Kontakt auf, wenn ich mitspielen möchte? Woher bekomme ich ein sauberes Glas, wenn der Vorrat im Regal aufgebraucht ist? Warum gehört aufräumen immer dazu? Was mache ich wenn ich meine Schuhe noch nicht zubinden kann? Die Fragen ließen sich beliebig fortsetzen, ebenso wie die Erfahrungen, die wir den Kindern im Alltag und mit gezielten Angeboten und Projekten vermitteln:
Wie die Wissenschaftlichen Untersuchungen inzwischen vielfältig bestätigen, kommt es beim Lernen auf die innere Anteilnahme und die konkrete Beschäftigung mit dem Lerngegenstand an. Die Kinder bekommen täglich die Möglichkeit sich intensiv mit aktuellen Themen auseinander zu setzten. Wir unterstützen die Kinder in ihren individuellen Lernprozessen indem wir:
Dabei verstehen wir uns selbst als Lernende und schätzen uns glücklich an der Entdeckerfreude der Kinder teilzuhaben. Kinder lernen besonders gut von Kindern, darum ermutigen wir die Kinder einander mit ihrem Wissen aktiv zu unterstützen.
Stabilisierung der kindlichen Emotionalität
Wir unterstützen die Kinder entsprechend ihrem Entwicklungsstand, ihre Gefühle wahr zu nehmen, zu akzeptieren und sich angemessen auseinanderzusetzen. Dies geschieht unter anderem mittels Rollenspielen, Bilderbuchbetrachtungen, Kinderkonferenzen, Sportlichen Aktivitäten und Erzählkreisen. Konflikte in ihren unterschiedlichen Dimensionen bringen naturgemäß besonders starke emotionale Regungen mit sich. Wir begleiten und stützen die Kinder individuell und der jeweiligen Situation angemessen.
Stärkung der kognitiven Fähigkeiten
Wir fördern die Kinder in der Erweiterung und Vertiefung von Fähigkeiten wie Wahrnehmung der Um– und Mitwelt, logisches Denken, Phantasie, Merkfähigkeit, Differenzierung (Details erkennen) und Integration (Zusammenhänge erfassen). Dies geschieht durch gezielte vorbereitete Angebote, längerfristige Projekte und eine lebendige und wache Gesprächskultur.
Ausbildung physischen Kompetenzen
Turnen, Gartenzeiten, Ausflüge in den Wald und auf den Spielplatz sowie Schlittenfahren fördern die Eigenwahrnehmung, Grobmotorik und Ausdauer der Kinder; im Umgang mit Konstruktionsmaterial, Steckspielen, Stiften und Schere wird die Feinmotorik immer präziser.
Entwicklung der Kreativität
Wir begleiten die kreative Auseinandersetzung der Kinder mit ihrer Lebensumwelt. Wir machen auf unterschiedliche Sichtweisen aufmerksam und ermutigen die Kinder immer wieder aufs Neue sich mit gezielten Fragen individuell auseinanderzusetzen. Die Atmosphäre und das Informations– und Materialangebot in unserer Einrichtung dienen der Entfaltung der kindlichen Kreativität ebenso, wie unser zum Ausdruck gebrachtes Vertrauen in die kreativen Fähigkeiten der Kinder.
Ausdifferenzierung der Sprache
Sprache in ihrer unterschiedlichen Form ist ein elementares Mittel, um miteinander in Kontakt zu treten. Sowohl der verbale Ausdruck, als auch Mimik und Gestik sind wichtige Mittel der Kommunikation. Nach wie vor nehmen Reime, Klatschspiele, Singen, Erzählen und Fingerspiele einen wichtigen Platz in unserer täglichen Arbeit mit den Kindern ein. Wir erachten es als äußerst wichtig, den Kindern – wo immer es möglich ist – sehr genau und aktiv zuzuhören.
Bei uns beginnt die Vorbereitung auf die Schule und das Leben mit dem ersten Kindergartentag des Kindes.
Je länger ein Kind den Kindergarten besucht, je reifer und verlässlicher es wird, desto mehr Freiraum kann es auch verkraften. Gleichzeitig nehmen Verantwortung, Aufgaben und Pflichten zu.
Im letzten Jahr vor der Einschulung ist die Teilnahme an den meisten Angeboten verpflichtend. Zusätzlich bieten wir unseren “Cräckern” (so nennen sich unsere “Großen”) ein differnziertes Förderangebot, dies hilft uns die Kinder noch gezielter zu beobachten und kommt dem Bedürfnis der Kinder – ihr Fähigkeiten zu erproben – entgegen. Um den Schrift–Spracherwerb vorzubereiten führen wir jeweils ab Januar das Würzburger Trainingsprogramm durch. Dieses Seminar zieht sich über mehrere Monate und dient im Besonderen der Stärkung der phonologischen Bewusstheit.(HLL = Hören Lauschen Lernen)
Gemeinsame Exkursionen ergänzen unser Programm z.B.: